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Mehr Stadtgrün. Mehr Kühlung. Mehr Resilienz. Aber wie? Wir haben da eine Idee!

Sabine Falk
8.6.26

Wir möchten heute eine Idee mit Euch teilen. Nicht, weil sie neu ist, sondern weil sie genau zur richtigen Zeit kommt.

Die Sommer werden heißer, Trockenperioden länger und viele Städte spüren bereits heute die Folgen des Klimawandels. Gleichzeitig stehen Kommunen unter finanziellem Druck und müssen immer häufiger entscheiden, welche Aufgaben sie überhaupt noch stemmen können.

Die Frage ist also: Wie schaffen wir mehr Grün in unseren Städten? Mehr Schatten, mehr Artenvielfalt, mehr Lebensqualität und das möglichst dauerhaft und resilient?

Gemeinsam mit vielen engagierten Partnerinnen und Partnern haben wir dafür eine neue regionale Initiative gestartet: CoolCity Dresden.

Dabei geht es diesmal nicht direkt um Permakultur, essbare Waldgärten oder solidarische Landwirtschaft. Es geht um etwas Grundsätzlicheres: um gesunde Städte. Um Stadtklima. Um Biodiversität. Um die Frage, wie wir unsere Lebensräume widerstandsfähiger gestalten können.

Ein wichtiger Gedanke dabei ist der sogenannte One-Health-Ansatz. Er verbindet die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt und macht deutlich, dass all diese Bereiche untrennbar zusammenhängen. Gesunde Städte brauchen gesunde Ökosysteme.

Wie alles begann

Bereits 2019 haben Mitglieder unserer Permagold Genossenschaft ehrenamtlich die Aktion „Mein Baum – Mein Dresden“ mit initiiert.

Damals stand eine große Vision im Raum: Für jede Dresdnerin und jeden Dresdner sollte ein Baum oder Strauch gepflanzt werden. Viele Menschen haben diese Idee unterstützt, an Pflanzaktionen teilgenommen, gespendet oder die Initiative weitergetragen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mehr als 100.000 Bäume und Sträucher wurden gepflanzt. Aus kleinen Setzlingen sind inzwischen dichte grüne Flächen entstanden, die heute sichtbar zum Stadtbild gehören.

Doch sieben Jahre später ist klar: Die Herausforderungen sind größer geworden.

Die Zahl heißer Tage nimmt zu. Viele alte Stadtbäume geraten unter Stress oder gehen verloren. Gleichzeitig gelingt es vielerorts nicht, ausreichend nachzupflanzen, um diese Verluste auszugleichen. Städte brauchen deshalb neue Lösungen, die ökologische Wirkung, Wirtschaftlichkeit und langfristige Resilienz miteinander verbinden.

Wer hinter der Initiative steht

2025 entstand aus Forschenden, Ärztinnen und Ärzten, Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern die Initiative „CoolCity Dresden“.

Inzwischen beteiligen sich zahlreiche Partner, darunter der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Sachsen, das Grünflächenamt der Stadt Dresden, der Lehrstuhl Pflanzenverwendung der Technischen Universität Dresden, die Duale Hochschule Sachsen, Health4Future, die Uniklinik Dresden, Stadtgaerten.org sowie viele weitere engagierte Menschen.

Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, neue Formen resilienter Stadtbegrünung zu erproben und dauerhaft in die Stadt zu bringen.

Was ist eigentlich eine Waldinsel?

Eine Waldinsel ist mehr als eine Gruppe von Bäumen.

Das Konzept basiert auf einer dichten Pflanzung verschiedener Baumarten, ergänzt durch heimische Sträucher und Stauden. Schon auf kleinen Flächen können dadurch stabile Mini-Ökosysteme entstehen.

Der Boden wird gezielt vorbereitet, um natürliche Waldbedingungen nachzuahmen. Die Pflanzen wachsen eng zusammen, unterstützen sich gegenseitig und entwickeln dadurch schneller tiefreichende Wurzelsysteme. Regenwasser wird besser gespeichert, die Verdunstung erhöht und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit gestärkt.

Tiefwurzelnde Arten können Wasser aus tieferen Bodenschichten erschließen. Sträucher schützen den Boden vor Austrocknung. Mulden helfen dabei, Regenwasser zurückzuhalten. Laub und Pflanzenreste verbleiben als Humus im System und fördern langfristig die Bodenfruchtbarkeit.

Das Ergebnis sind kleine, widerstandsfähige Ökosysteme, die mit vergleichsweise geringem Pflegeaufwand auskommen, Lebensräume für Tiere und Insekten schaffen und gleichzeitig zur Kühlung des Stadtklimas beitragen.

In die Entwicklung des Konzepts fließen Erfahrungen aus der Permakultur ebenso ein wie Erkenntnisse der Forstwissenschaften in Tharandt und des Lehrstuhls Pflanzenverwendung der TU Dresden.

Was wird konkret geplant?

Aktuell befinden sich vier Flächen in Planung:

  • ein Tiny Food Forest am Alberthafen,
  • eine Waldinsel nahe dem Campus der TU Dresden,
  • ein Gesundheitswald an der Uniklinik,
  • sowie als Auftakt eine große 7.000 Quadratmeter umfassende Fläche an der Ammonstraße im Herzen Dresdens.

Gerade die Fläche an der Ammonstraße soll zeigen, welches Potenzial in diesem Ansatz steckt. Gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Sachsen und mithilfe von EU-Fördermitteln soll hier ein sichtbares Beispiel für resiliente Stadtbegrünung entstehen.

Damit das gelingt, muss jedoch ein Eigenanteil aufgebracht werden.

Die nächste Etappe von „Mein Baum – Mein Dresden“

Mit der Kampagne „Waldinsel“ geht die erfolgreiche Aktion „Mein Baum – Mein Dresden“ in die nächste Runde.

Unser erstes Ziel sind 30.000 Euro für die Umsetzung der großen Waldinsel an der Ammonstraße im Herzen der Stadt. Jede weitere Unterstützung hilft dabei, zusätzliche Waldinseln an anderen Orten Dresdens entstehen zu lassen.

Dabei geht es nicht nur um neue Pflanzflächen. Es geht um die Frage, wie wir unsere Städte auf die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte vorbereiten. Wie wir Orte schaffen, die Schatten spenden, Wasser speichern, Artenvielfalt fördern und das Stadtklima verbessern.

Kurz gesagt: Es geht darum, unsere Städte lebenswerter zu machen.

Warum Dresden?

Die Antwort ist einfach: Weil hier Menschen begonnen haben, die Idee gemeinsam umzusetzen.

Natürlich brauchen auch viele andere Städte mehr Grün, mehr Schatten und mehr natürliche Kühlung. Genau deshalb verstehen wir die Waldinseln nicht als Dresdner Sonderweg, sondern als ein Modell, das sich übertragen lässt.

Wenn es gelingt zu zeigen, wie Bürgerinnen und Bürger, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft gemeinsam neue grüne Lebensräume schaffen können, dann kann daraus weit mehr entstehen als einige zusätzliche Pflanzflächen. Dann kann daraus eine Bewegung werden, die auch andere Städte inspiriert.

Jede Waldinsel beginnt auf einer einzelnen Fläche. Aber ihre Wirkung reicht weit darüber hinaus.

Macht mit

Unser erstes Ziel sind 30.000 Euro für die Umsetzung der Waldinsel an der Ammonstraße. Darüber hinaus möchten wir weitere Flächen im gesamten Stadtgebiet begrünen und neue Waldinseln entstehen lassen.

Wenn Euch die Idee überzeugt, unterstützt die Kampagne mit einer Spende, erzählt anderen davon oder teilt die Aktion in Eurem Netzwerk.

Und vielleicht bleibt es nicht bei Dresden. Wir freuen uns über alle, die ähnliche Projekte in ihrer eigenen Stadt starten oder unterstützen möchten.

Denn lebenswertere Städte entstehen nicht durch einzelne Maßnahmen oder Programme. Sie entstehen dort, wo Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen und anfangen, ihre Umgebung aktiv mitzugestalten.

Unterstützen könnt Ihr die Kampagne hier:

www.startnext.com/waldinsel

Vielen Dank an alle, die diesen Weg gemeinsam mit uns gehen.

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